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	<title>Kommentare zu: Als Linksh&#228;nder Musikinstrumente bedienen</title>
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		<title>Von: Tillman</title>
		<link>http://www.fuer-linkshaender.de/musikinstrumente/als-linkshaender-musikinstrumente-bedienen/comment-page-1/#comment-57</link>
		<dc:creator>Tillman</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 09:21:39 +0000</pubDate>
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		<description>Das Problem ist, dass es kein eindeutiges &quot;besser&quot; und &quot;schlechter&quot; in diesen Dingen gibt. Nat&#252;rlich erscheint es logisch, dass sich in einer Jahrhunderte alten Rechtsh&#228;ndergesellschaft bei allen Instrumenten eine Bauweise-Spielweise herauskristallisiert, die f&#252;r die Rechtsh&#228;nder die meisten &quot;Vorteile&quot; bietet. Unbestritten. Nur zwingend ist diese Logik keinesfalls, genau so wenig, wie man beim Geigenspielen und all diesen anderen komplizierten Abl&#228;ufen beim Musikmachen &#252;berhaupt von &quot;nat&#252;rlich&quot; reden kann.
Anders ausgedr&#252;ckt: bei der Geige hat es eindeutige Vorteile, wenn man pr&#228;zise greifen kann, also mit der dominanten Hand (das ist, was ein LH auf einer &#039;normalen&#039; Geige tut). Aber tausende hervorragende rechtsh&#228;ndige Geiger beweisen, dass man mit der nicht-dominanten Hand auch sauber greifen kann. Und die Leute, die der Bogenhand viel Gewicht zumessen haben sicher auch nicht unrecht: ebenso &#039;nat&#252;rlich&#039; kann es schliesslich sein, mit der dominanten Hand zu streichen. Es ist eine Frage der Vorliebe, und der individuellen Anlage. Und nun zu dem alten und nicht sehr schlauen Argument, die Bogenhand m&#252;sse den Rythmus machen und daher sollte es die dominante Hand sein: der Rythmus wird in der musikalischen Vorstellung vorbereitet, und muss dann in der Greif- und in der Bogenhand simultan ausgef&#252;hrt werden. Eins der Hauptprobleme bei den meisten Musikinstrumenten ist denn auch die Koordination zwischen den H&#228;nden (oder zwischen der Zunge und den Fingern, zwischen dem Atem und anderen Bewegungen usw.).

&quot;Bei der Blockfl&#246;te hat die linke immer zu tun, die rechte muss gelegentlich weiter spreizen, bzw kompliziertere Griffe ausf&#252;hren.&quot;

Ich finde als LH die &#039;normale&#039; Blockfl&#246;te aus zwei Gr&#252;den ein Unding: erstens muss man die rechte [nicht dominante] Hand unten halten, und ich bekomme immer Angst, dass ich das dumme Ding fallenlasse.
Ausserdem ist das Spreizen mit der Rechten eher so zu formulieren: der d&#252;mmste aller Finger (n&#228;mlich der nicht-dominante kleine Finger) muss ein weit entferntes Loch sicher abdecken (bzw. bei einem Fuss mit doppelten L&#246;chern auch noch genau den Halbtonschritt erf&#252;hlen) sonst blubbern die unteren T&#246;ne oder kommen gar nicht.
Daher: wenn ich professioneller Blockfl&#246;tist w&#228;re, ich h&#228;tte mir schon lange ein Linksh&#228;nderfusst&#252;ck gemacht - wer das richtige Holz und eine Drehbank hat, kann das in einem Nachmittag hinbekommen (dies nur zur Angabe, wie viel ein neuer LH-fuss bei einem Blockfl&#246;tenmacher etwa kosten darf). Das Letzte gilt nat&#252;rlich nicht f&#252;r Schulblfl&#246;ten aus nur einem oder zwei St&#252;cken (und f&#252;r Kopien von Renaissanceblockfl&#246;ten). Allerdings ist es bei solchen Instrumenten immer m&#246;glich, von einem Profi die unteren L&#246;cher zustopfen, und spiegelbildlich neue bohren zu lassen (und entsprechend auszuschaben, damit die Fl&#246;te wieder vern&#252;nftig stimmt).
Ich habe mit 5 angefangen Bl&#246;k-flauto (sorry) zu spielen, und es seitdem wieder gelassen, wahrscheinlich aus diesen Gr&#252;nden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das Problem ist, dass es kein eindeutiges &#8220;besser&#8221; und &#8220;schlechter&#8221; in diesen Dingen gibt. Nat&#252;rlich erscheint es logisch, dass sich in einer Jahrhunderte alten Rechtsh&#228;ndergesellschaft bei allen Instrumenten eine Bauweise-Spielweise herauskristallisiert, die f&#252;r die Rechtsh&#228;nder die meisten &#8220;Vorteile&#8221; bietet. Unbestritten. Nur zwingend ist diese Logik keinesfalls, genau so wenig, wie man beim Geigenspielen und all diesen anderen komplizierten Abl&#228;ufen beim Musikmachen &#252;berhaupt von &#8220;nat&#252;rlich&#8221; reden kann.<br />
Anders ausgedr&#252;ckt: bei der Geige hat es eindeutige Vorteile, wenn man pr&#228;zise greifen kann, also mit der dominanten Hand (das ist, was ein LH auf einer &#8216;normalen&#8217; Geige tut). Aber tausende hervorragende rechtsh&#228;ndige Geiger beweisen, dass man mit der nicht-dominanten Hand auch sauber greifen kann. Und die Leute, die der Bogenhand viel Gewicht zumessen haben sicher auch nicht unrecht: ebenso &#8216;nat&#252;rlich&#8217; kann es schliesslich sein, mit der dominanten Hand zu streichen. Es ist eine Frage der Vorliebe, und der individuellen Anlage. Und nun zu dem alten und nicht sehr schlauen Argument, die Bogenhand m&#252;sse den Rythmus machen und daher sollte es die dominante Hand sein: der Rythmus wird in der musikalischen Vorstellung vorbereitet, und muss dann in der Greif- und in der Bogenhand simultan ausgef&#252;hrt werden. Eins der Hauptprobleme bei den meisten Musikinstrumenten ist denn auch die Koordination zwischen den H&#228;nden (oder zwischen der Zunge und den Fingern, zwischen dem Atem und anderen Bewegungen usw.).</p>
<p>&#8220;Bei der Blockfl&#246;te hat die linke immer zu tun, die rechte muss gelegentlich weiter spreizen, bzw kompliziertere Griffe ausf&#252;hren.&#8221;</p>
<p>Ich finde als LH die &#8216;normale&#8217; Blockfl&#246;te aus zwei Gr&#252;den ein Unding: erstens muss man die rechte [nicht dominante] Hand unten halten, und ich bekomme immer Angst, dass ich das dumme Ding fallenlasse.<br />
Ausserdem ist das Spreizen mit der Rechten eher so zu formulieren: der d&#252;mmste aller Finger (n&#228;mlich der nicht-dominante kleine Finger) muss ein weit entferntes Loch sicher abdecken (bzw. bei einem Fuss mit doppelten L&#246;chern auch noch genau den Halbtonschritt erf&#252;hlen) sonst blubbern die unteren T&#246;ne oder kommen gar nicht.<br />
Daher: wenn ich professioneller Blockfl&#246;tist w&#228;re, ich h&#228;tte mir schon lange ein Linksh&#228;nderfusst&#252;ck gemacht &#8211; wer das richtige Holz und eine Drehbank hat, kann das in einem Nachmittag hinbekommen (dies nur zur Angabe, wie viel ein neuer LH-fuss bei einem Blockfl&#246;tenmacher etwa kosten darf). Das Letzte gilt nat&#252;rlich nicht f&#252;r Schulblfl&#246;ten aus nur einem oder zwei St&#252;cken (und f&#252;r Kopien von Renaissanceblockfl&#246;ten). Allerdings ist es bei solchen Instrumenten immer m&#246;glich, von einem Profi die unteren L&#246;cher zustopfen, und spiegelbildlich neue bohren zu lassen (und entsprechend auszuschaben, damit die Fl&#246;te wieder vern&#252;nftig stimmt).<br />
Ich habe mit 5 angefangen Bl&#246;k-flauto (sorry) zu spielen, und es seitdem wieder gelassen, wahrscheinlich aus diesen Gr&#252;nden.</p>
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