Schwierigkeiten in der Einordnung

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Vor einiger Zeit meinte ich in diesem Forum, dass ich wohl beidhändig sein müßte, da ich doch oft die Hand wechsel. Schreiben tue ich allerdings immer mit rechts und wüßte eigentlich nichts von einer Umschulung. Es ist aber wohl so, dass ich neue Dinge oft erst mit Links erlerne und später erst auf die Rechte umändere. Das Stäbchen essen kann ich konnte ich zuerst nur mit Links und auch Kegeln habe ich zuerst mit der linken Hand gelernt.

Gedanken um meine eigene Einordnung mache ich mit erst seit einiger Zeit, da ich sicher weiß, dass eine Meiner Töchter Linkshänderin ist. Jedoch bin ich mir mittlerweile bei meiner vierjährigen Melanie nicht mehr so sicher welche Händigkeit für Sie zutrifft. Malen tut sie meistens mit rechts, aber sie malt nicht besonders viel und “gut”. Sie hält die stifte auch immernoch eher in der Faust, als im Federhaltergriff. Jetzt fiel mir bei der U-Untersuchung auf, dass sie gerne mit der linken Hand auf Gegenstände zeigt, oder Dinge aufhebt.

Deshalb bin ich nun unsicher geworden, vielleicht habe ich sie zum fast Rechtshändersein unwissentlich erzogen?! Sie wechselt schon noch die Hände beim Malen oder schneiden.

Bei meiner älteren Alina war das nie möglich, da sie sich anfänglich, als ich ihr Stifte zur rechten Hand reichte, sie selbst in die Linke nahm und gut wars. Und das schon mit weniger als 2 Jahren. Als ich dann merkte was los war, legt ich die Stifte immer vor sie in die Tischmitte, sodass ich sie nicht zu sehr beeinflussen konnte.

Mit Melanie verfahre ich erst jetzt genauso und lege ihr jetzt pro Hand eine Schere hin, damit sie sich aussuchen kann, was für sie richtig ist.

Kann man Kinder auch schon testen? Oder was muß man beobachten, worauf sollte ich achten, um herauszukriegen, welche Händigkeit Melanie hat. Ab wann sollten Kinder eigentlich Stifte richtig halten können?

Zu den Theorien, dass die Ausbildung der Händigkeit mit der Entwicklung der Sprache zusammenhängt, kann ich nur sagen, dass meine Beiden dies absolut nicht bestätigen.

Antwort:

Deine Tochter Melanie scheint einen ähnlichen wechselnden Handgebrauch wie du zu zeigen. Dein Gefühl, dass ähnlich wie bei dir, eine umgeschulte Linkshändigkeit vorliegen könnte, ist vielleicht richtig.

Welche Händigkeit deine Tochter hat, kannst du auch im Kindergartenalter schon gut testen lassen. Ist sogar ganz wichtig, um einer Umschulung vorzubeugen. Meine vielen Erfahrungen im Kindergarten und in der Testung von Kindergartenkindern bestätigen dies. Es macht Sinn, einen LH-Test bei deiner Tochter bei entsprechender kompetenter Stelle durchführen zu lassen.

Wechselnder Handgebrauch kann verschiedene Ursachen haben und muss nicht immer Umschulung bedeuten. Er kann auch Ausdruck dafür sein, dass die natürliche ererbte Händigkeit deiner Tochter nun dabei ist, auch ihren Ausdruck im Handgebrauch zu finden.

Hilfreich für dich können folgende Regeln sein:
– nie etwas vormachen was dann nachgemacht werden soll.
– die Regeln der Umschulungsvorbeugung kennst du schon von Alina, das ist gut, wenn du sie weiter anwendest.
– Wenn du guten Kontakt zu den ErzieherInnen aus Melanies Kindergarten hast, kannst du versuchen, diese mit einzubeziehen.
– Emfehlung: Handgebrauch von Melanie beobachten und notieren, was sie mit welcher Hand macht.
– Empfehlung: Die Anschaffung des Buches “Geschickte Hände” von Sabine Pauli / Andrea Kisch lohnt sich: Dort sind viele Tipps, Infos und Spiele drin, die
bei feinmotorischen Schwierigkeiten und bei der Herausbildung des Handgebrauchs entsprechend der ererbten Händigkeit helfen. Mit drei Jahren
können Kinder i.d.Regel den Stift zwischen den Fingern halten.

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